Archiv für April 2009
Long/Short im Sojakomplex-Depot – so geht es weiter
29. April 2009 von gs | 1 Kommentar
Nach dem heftigen Auf und Ab der vergangenen Tage hier eine Bestandsaufnahme der bestehenden Positionen des Sojakomplex-Depots:
EU Weizen, LONG 148,75, Mai 2009, aktueller Kurs 140,75 (- 5,4 Prozent)
US Weizen, LONG 573, Juli 2009, aktueller Kurs 578 (+ 0,9 Prozent)
EU Raps, LONG 295,75, August 2009, aktueller Kurs 300,50 (+ 0,9 Prozent)
US Sojaschrot, SHORT 297,80, September 2009, aktueller Kurs 284 (+ 4,8 Prozent)
US Mais, LONG 431,4 Dezember 2010, aktueller Kurs 429,4 (- 0,5 Prozent)
EU Diesel, LONG 520 Dezember 2010, aktueller Kurs 556,75 (+ 7 Prozent)
Nach Auswertung der Stimmungs-, Kapitalfluss- und Umsatz-Indikatoren der einzelnen Märkte entsteht folgendes Bild:
EU Weizen (Chart und Indikatoren bei Hedging.eu einsehbar)
Weder entstand eine Überhitzung, noch ist die Stimmung zu schlecht. Das spricht für einen ausgeglichenen Markt, der seine Aufwärtsbewegung fortsetzen kann. Mit etwas Glück erreichen wir in den nächsten Tagen noch im Mai-Kontrakt die Gewinnzone. Ansonsten erscheinen längere Laufzeiten aussichtsreich. Sollte es einen Rückschlag geben, werden wir eine neue LONG Position prüfen.
Wegen hoher Umsätze mit fallenden Notierungen und des gedrückten Stimmungsindikators wird angezeigt, dass die Stimmung schlecht ist. Achten Sie auf “Umsatzindikator Gesamt”: Er fiel stärker als der Preis auf ein neues Tief, was ein Kaufsignal darstellt. Oberhalb von 500 / 530 bahnt sich eine Stabilisierung an – eine ausführliche Bodenbildung. Weil in den vergangenen Tagen der Kapitalfluss zunahm, erscheint es gut möglich, dass Insider die gedrückten Kurse nutzten, um ihre Positionen auszubauen. Wir halten die LONG-Position.
EU Raps (Chart und Indikatoren bei Hedging.eu einsehbar)
Hier verschlechterte sich die Marktverfassung: höhere Umsätze mit steigenden Notierungen bei gleichzeitig hohem Stimmungsindikator (LS Gesamt) signalisieren, dass bereits zu viele Marktteilnehmer engagiert sein könnten. Kommt keine Unterstützung von den fossilen Brennstoffen, besteht die Gefahr von Rückschlägen. In dem Fall wäre der Anstieg über 300 eine Bullenfalle. Wir setzen deshalb für die Position eine Stop Loss-Marke bei 295. Sollte der Augustkontrakt darunter schließen, werden wir die Long-Position am nächsten Tag glattstellen.
Nachdem der Markt vergangene Woche heißgelaufen war, findet jetzt die dazugehörige technische Reaktion statt. Das könnte bereits zu einer vollständigen Bereinigung geführt haben (hohe Talfahrt-Umsätze!). Es erscheint angebracht, die Short Position mit Stop Loss abzusichern. Wir stellen die Position glatt, wenn die Notierungen auf ein neues Zwischenhoch klettern sollten. Stop bei 301
Mais und Diesel als Langfrist-Position bleiben haltenswert
Es zeichnet sich bei den fossilen Brennstoffen eine Stabilisierung ab. Die Kapitalflussindikatoren beginnen zu klettern, was zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrend führen dürfte. Dabei gilt weiterhin: Diesel, WTI, Brent Oil & Co laufen voraus, während Mais folgen dürfte. Die Konsolidierungsphase der vergangenen Wochen könnte die Basis für den nächsten Anstieg gesetzt haben.
Die Indikatoren für mageres Schwein signalisieren Panikverkäufe, depressive Stimmung und dadurch – verbunden mit schlechten Nachrichten – eine Einstiegsgelegenheit. Bei Schweinebäuchen fehlt eine solche Konstellation, weil die Umsätze mit fallenden Notierungen niedrig blieben. Offenbar steht dort der Ausverkauf erst noch bevor.
China beendet Einkaufstour
29. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
So scheint es zumindest, man spricht von ersten Stornierungen durch China und damit fehlt dem Markt die große Nachfrage. Sicher kann man noch nicht von grundsätzlicher Kaufverweigerung der Chinesen reden, aber die Aktion bedrucktes Papier (Geld) gegen Sojabohnen scheint sich zu verlangsamen.
Außerdem fürchtet man weitere Nachfragereduzierungen bei Fleisch, ausgelöst durch Schweinegrippe und Wirtschaftslage. Aus Polen hört man täglich neue Hiobsbotschaften im Bezug auf die Tierbestände. Insider glauben, dass mittlerweile zwei Drittel der Schweinehalter aufgegeben haben und durch Übernahme einiger Stallungen durch einige Großbetriebe reduzierte sich die Tierzahl “nur” um 40 %.
Diese Entwicklung steht einigen europäischen Ländern noch bevor und die bekannten Währungsverschiebungen gerade in Osteuropa dürften die negative Entwicklung weiter antreiben.
Es wird zwar täglich in der Tageszeitung von Aufschwungtendenzen berichtet, aber jeder kann mittlerweile erkennen, dass es ich um Durchhalteparolen handelt und die Realität schaut völlig anders aus. Politiker können alles unabhängig davon was sie gelernt haben. Frau Aigner ist gelernte Fernsehtechnikerin und das ist doch die beste Basis für die grüne Gentechnik. Das sich unsere Landwirtschaftministerin sehr bemüht darf man aber trotzdem loben und ich will hier nicht immer über unsere Politiker schimpfen.
Weiterhin wird die Aussaat in USA im Blickfeld bleiben und die endgültige Fläschenausdehnung bleibt das wichtigste Bärenargument – diese Zahl wird aber erst geboren. Der Aussaat- und Wettermarkt sind für den kommenden Monat Mai typisch und werden die CboT in der bekannten Schwankungsfreude begleiten.
Sojakomplex von Schweinegrippe infiziert
27. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
Nichts konnte die Sojamärkte erschüttern um von ihrer Aufwärtsbewegung abzukommen. Die Schweinegrippe hat es dann heute morgen geschafft den Übernachthandel bis auf Minus 16 $ per sto Sojaschrot zu drücken und diese Vorgabe war dann auch die Eröffung für die CboT Börsensitzung. Nach anfänglichen Verlusten um die 12 Dollar per sto folgte eine Erholung und zwischenzeitlich schafften die Kurse eine Annäherung zum Vortagesschluss von nur noch – 3 $/sto . Am Ende war der Schlusskurs äquivalent zum Startpreis.
Schweinegrippe als Grund für die heutige Entwicklung klingt gut aber dürfte nicht der ursächliche Grund für die heutigen Abschläge gewesen sein. Sicher wird dieses Thema die kommenden Wochen die Märkte beschäftigen und die Gesundheitsspezialisten werden die Pandemie rauf und runter predigen – welche Gefahr wirklich auf die Menschen zu kommt kann ich nicht sagen, aber Panik ist sicher nicht angebracht.
Außerdem verändert Schweinegrippe (wie auch Vogelgrippe und Schweinepest oder Rinderwahn) die Rohstoffnachfrage nicht wirklich. Erfahrungen aus anderen ähnlichen Vorfällen zeigten, dass es keine wesentlichen Auswirkungen auf die reale Futterrohstoff-Nachfrage gegeben hat.
Es scheint vielmehr, dass der Markt mehr oder wenig heiss gelaufen ist und deshalb korrigiert werden musste – mit einer medienwirksamen Seuche im Rücken funktioniert eine Korrektur natürlich eindrucksvoller. Ich möchte die Risiken solcher Viruserkrankungen nicht verniedlichen – die Konsequenzen im täglichen Leben vorallem dort wo die Krankheit ausbricht und verschleppt wurde ist eine ganz ernste Angelegenheit.
Für heute wird wohl nichts anderes übrigbleiben als die Grippe ursächlich für den Börsenverlauf verantwortlich zu machen – so wird es morgen in jedem miesen CboT-Kommentar stehen.
Möglicherweise war diese Schweinegrippe für die Finanz- und Rohstoffwelt der kleine Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt – der kleine Stein, der den Erdrutsch auslösen kann. Zwar selbst kein grosses Argument, aber hinein geschleudert in die aktuellen Umstände in die Lage versetzt eine gewaltige Reaktion hervorzurufen.
Unsere short-Position wird weiter gehalten bis es Signale für eine Bodenbildung gibt.
Sojabohnenschrot: Short im September 09 zu 297,8
23. April 2009 von gs | Kommentare sind abgeschaltet.
http://futuresource.quote.com/quotes/quotes.jsp?s=SM
Die alten Hasen mit der guten Nase sagen, dass der Markt zu teuer ist – und unser Analysesystem zeigt eine Überhitzung an, weil Stimmung und Kapitalfluss gemeinsam zulegen.
http://www.sojakomplex.de/weltweit/abo/?page_id=19
Weil gleichzeitig die Umsätze hoch sind, erscheint eine Umverteilung möglich. Deshalb setzen wir ab heute bei Schrot auf fallende Notierungen und sichern dadurch gleichzeitig das erreichte Kursniveau ab, falls es bei Rohstoffen Rückschläge geben sollte.
Die bestehenden Engagements bei Weizen, Mais, Diesel, werden gehalten.
Kupfer-, Diesel- und Benzinindikatoren klettern
22. April 2009 von gs | Kommentare sind abgeschaltet.
Die Trendsetter-Rohstoffe haben weiteres Aufwärtspotenzial:
http://www.sojakomplex.de/weltweit/kupfer.html
http://www.sojakomplex.de/weltweit/gasoil.html
http://www.sojakomplex.de/weltweit/rbob.html
Das könnte die Seitwärtsbewegung bei den fossilen Energien beenden und einen Durchbruch nach oben auslösen.
http://www.sojakomplex.de/weltweit/wti.html
Die Indikatoren
Der Agrarbereich könnte nach oben folgen und seinen Aufwärtstrend fortsetzen. Der Sojabohnen-Indikator
http://www.sojakomplex.de/weltweit/abo/?page_id=2
zeigt zwar Hinweise einer Überhitzung. Aber Schwächesignale sind nicht erkennbar, so dass die Rallye dort – getragen von fossilen Energien – weitergehen könnte.
Gewinnmitnahmen oder Trendwechsel
21. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
Die Verluste der letzten beiden Handelstage lassen einige Käufer auf einen Trendwechsel hoffen. Während Anfang April noch skeptische Zurückhaltung überwog, weil allein die Erholung der Aktienmärkte als Argument für eine Aufwärtsbewegung angeführt wurde, haben die Veränderungen auf der Angebotsseite durch die negativen Meldungen aus Südamerika die Hoffnung auf eine Trendwende zumindest vorerst stark in Frage gestellt. Innerhalb von zwei Wochen wurden die Ernteprognosen für Argentinien um mehr als 15 % nach unten revidiert und bildeten einen durchschlagenden Grund um die Notierungen in Chicago um 50 Dollar bei Schrot und 150 c/bu bei den Bohnen nach oben zu treiben.
Diese Argumentationskette inkl. der rasanten Aufschläge scheinen jedoch an Wirkung zu verlieren. Die Long-Spekulanten neigen jetzt dazu Gewinne zu realisieren. Ob es mehr wird als ein Delle nach oben, im Sinne von Gewinnmitnahmen, lässt sich heute noch nicht sagen. Noch bestehen übergeordnete Kaufsignale die um so stärker wirken, als das die vorherigen angedeuteten Verkaufssignale brachial überrollt wurden. Der Markt bleibt im Moment noch in einem Aufwärtstrend und die im Verhältnis der vorherigen Gewinne klein ausfallenden Verluste der letzten Tage bringen natürlich noch Lange keinen Trendbruch – aber jede Überschwemmung beginnt mit einem Regentropfen.
Außerdem muss man sagen, dass der Sojakomplex auch den Aktienmärkten folgt und aus eigener Kraft wird es schwer werden einen Trendwechsel zu generieren – zumindest für den Moment. Die Aussaatfläche in USA sind das stärkste Bärenfutter für die kommenden Wochen/Monaten und es bleibt offen welche Entwicklung mit den finalen Saatflächen möglich wird.
Es bleibt ratsam die Deckung für die kommenden Wochen immer im Auge zu behalten und nicht zu früh auf einen Trendbruch zu hoffen – die Märkte sind widerspenstig und zäh wenn es um die Verteidigung von erkämpftem Terrain geht. Wettermärkte bieten dazu gute Gelegenheiten.
Stallgeruch und Betriebsblindheit…
16. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
sind häufig der Grund für Fehleinschätzungen. Gert Schmidt duftet nicht, darum kann er besser riechen wohin der Markt will. Ich konnte mir vor einigen Tagen nicht vorstellen, dass der Soja- und Rohstoffmarkt nach oben ziehen kann und praktisch ungebremst seine Aufwärtsbewegung durchzieht. Da waren offensichtliche Gründe zu hauf dagegen und jetzt steht man da und wundert sich über die täglich wiederkehrenden grünen Vorzeichen im Sojakomplex.
Auch der Aktienmarkt läuft, wie man meinen könnte, rund und täglich legen die Indizies ein paar Punkte drauf und so folgen jetzt auch die Wirtschaftsweisen mit klugen Vorhersagen, das Ende dieses Jahres wieder alles besser wird. Man muss sich nur an deren Fehleinschätzung vor einem Jahr erinnern, dann kann man mit deren heutiger Einschätzung besser umgehen und weiss, dass diese Experten traditionell falsch liegen. Wahrscheinlich werden die dafür bezahlt.
Heute starten die Futures am CboT mit Aufschlägen, nur Sojaöl humpelt um den Vortagskurs herum, Sojaohnen und Sojaschrot können gute Zugewinne verbuchen.
Zum Handelschluss gab es noch ein Kursfeuerwerk und dabei explodierten die Sojaschrotkurse bis auf 12 Dollar Plus auf dem vorderen Termin. Schon beachtlich und damit wird das Bärenlager langsam aber sicher sturmreif gebombt. Es gibt dafür keinen Grund aber Börse brauht keinen Grund – es ist zu erwarten, dass der wahre Grund für die Ralley erst am Ende dieser Bewegung veröffentlicht wird und erst wenn diese Nachricht raus ist kann der Markt fallen.
Wenn ein Kind durch einen finsteren Wald gehen soll, dann hat es Angst auch wenn man dem Kind hundertmal gesagt hat, dass dort nichts gefährliches sei, und nur die Hand der Mutter könnte seine Furcht verscheuchen. Das Kind hat Angst vor dem Ungewissen.
Das passt auch auf den Sojamarkt, die Hand der Mutter ist hier die Geldpresse der Notenbanken und darauf verlässt sich das Börsenkind. Der Unterschied ist nur, im finstern Wald muss wirklich nichts gefährliches lauern aber an der Börse lauert das Finstere überall.
Weitere Aufschläge im Sojakomplex
14. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
Bei der gestrigen Börse konnten die Notierungen leicht zulegen. Heute wiederholen sich die Aufschläge bzw. vergrössern sich sogar. Völlig losgelöst von Märkten ausserhalb der Sojawelt bleibt dem neutralem Beobachter nur die Meinung es geht weiter aufwärts. Die in Ansätzen sichtbare Topbildung verwässern die letzten drei/vier Börsensitzungen und die Indikatoren entspannen sich. Keinerlei Überhitzungserscheinungen oder Euphoriestreß, es ist ruhig im Indikatorwald mit solider Aufwärtsmechanik.
Ich gebe meine Prognose auf fallender Preise für die kommenden Monate noch nicht auf – obwohl es für den Moment sehr unvernünftig erscheint weil die Marktentwicklung und vorallem die Indikatorentwicklung meine Meinung nicht unterstützen.
Es ist aber gut möglich, dass die angedeutete Topbildung verschoben wurde und die Sojabörse auf höherem Niveau in eine Topbildung hineinläuft. Getragen und getrieben von allerlei Einflüssen die aus verschiedenen Milieus kommen – gelegentlich sogar real mit Soja zutun haben. Es ist am Ende auch wurscht warum ein Kurs steigt, wenn er länger steigen kann als das Geld vom Shortie ausreicht. Auch das ist denkbar, noch liegen viele Shortisten auf dem Weg nach oben und jeder Tag mit Pluszeichen zwingt einige ihre Position zu glätten – die Hausse nährt die Hausse.
Jetzt sollte man einen Sojafarmer in USA als guten Freund haben, um ein paar Fragen mit ihm zu diskutieren. Wieviel Saatgut hast du für die bevorstehende Aussaat bestellt ? Least du dir eine Sämaschine extra für die diesjährige Aussaat ? Wieviel Schlepperfahrer hast du neu eingestellt ? Die Antworten müssen lauten wie z.B. Saatgut habe ich gekauft was noch da war, jetzt ist das Lagerhaus ausverkauft. Sämaschine habe ich gleich zwei geordert und Schlepperfahrer sind kaum zu kriegen ich hab mir Mexikaner geholt.
Jetzt kostet die Sojabohne für den US-Vermarktungszeitraum Nov. – März im Schnitt 9,40 $/bu. Bei rund 6 $ hat der US-Farmer schon alles bezahlt und ist mindestens bei einer schwarzen Null. Der Sojapflanzer kann also seine Ernte 2009 mit einem riesigen Gewinn heute verkaufen und der Gewinn steigt mit jedem Acres was er mehr bepflanzt. Ich kenne derzeit keine Branche weltweit, die eine solche Lizenz zum Gelddrucken hat wie ein US-Sojafarmer. Es sollte also zu einer Ausweitung der Anbaufläche kommen und die letzte USDA Schätzung mit 76 mill. Acres nochmal übertroffen werden – wäre zumindest logisch.
Aber man weiss es nicht – alles etwas eigenartig. Die defensiven USDA Zahlen passen hierzu nicht ins Bild und viel andere Kleinigkeiten sind nicht stimmig. Wir können nur spekulieren was da noch kommt.
Nicht einer Meinung
8. April 2009 von Markus Gruber | Kommentare sind abgeschaltet.
Die Meinung meines geschätzten Kollegen Gert Schmidt zur bevorstehenden Marktentwicklung teile ich nicht ganz. Long-Ausrichtung ist ein zu großes Wort. Ich tippe eher auf Stabilität für die kommenden Tage, vielleicht bis nach Ostern vielleicht bis Anfang Mai vielleicht bis Pfingsten. Aber diese Stabilität ist keine echte Markthärte oder nachfragebedingte Hausse, sondern die Summe einiger kleinerer Sondereffekte die uns glauben machen wollen, dass Soja ein gefragter Artikel ist.
Ich stimme unserem Schmidt zu, wenn wir uns auf eine Osterhausse einigen können. Natürlich laufen die Agrarrohstoffe wie ein treuer Hund hinter den Irrlichtern der Aktienmärkte hinterher und sollten die gemachten Sch….haus-Parolen vom G20Gipfel Freudenkäufe auslösen, dann werden auch die Sojakurse steigen. Bekannte Marktmechanik.
Gestern war kein Kauftag, Aktien schwächer und Getreide (Mais und Weizen) wurde regelrecht zerbombt, wie es heute in den Kommentaren zu lesen ist. Morgen könnte es wieder vorwärts gehen weil Obama die deutsche Abwrackprämie einführt und für den Kauf eines 500 PS-GM einen Tankgutschein dazuschenkt. Wer soll die Politik noch für voll nehmen ? Bilanzregeln sind was für Doofe und die Türkei wird bald das freiheitlichste Land Europas werden – dieser Satz ist nicht ernst zu nehmen, war nur eine emotionale Entgleisung.
Immer stärker redet man von schlechtem Anbauwetter in USA und von reduzierten Ernten in Südamerika und folglich kleinerer Bohnenüberhänge. Das hilft die Notierungen oben zu halten, aber ob dieses Konstrukt mittelfristig der schlechten weltweiten Nachfrage standhalten kann muss bezweifelt werden.
Ich interpretiere die Indikatorentwicklung als direkten Weg in eine Topbildung. Es fehlt dazu nur noch ein überschiessen der Kapital und Stimmungsindikatoren, eine Art Euphoriespitze. Danach sind alle Käufer positioniert und warten mit ihren Longs in der Hand auf den Käufer, der morgen wieder ein paar Dollar mehr bezahlen will als man es selber heute getan hat. Es fehlen dann diese Käufer und schnell wird aus Gier wieder Angst. Glattstellungen und Verluststopps drehen die Sojamärkte und drücken möglicherweise wochenlang auf die Kurse.
Long-Ausrichtung bleibt aussichtsreich
7. April 2009 von gs | Kommentare sind abgeschaltet.
Die Märkte bewegten sich in den vergangenen Wochen planmäßig: Aktien und Rohstoffe kamen nach oben in Gang. Während Geld täglich wertloser wird, flüchten die Marktteilnehmer in Sachwerte. Allerdings dürfte das nicht gradlinig passieren. Wahrscheinlicher ist es, dass immer wieder Unsicherheiten darüber entstehen, ob die gekauften Anlagen ihrem angedachten Wert entsprechen und ob überhaupt eine Flucht aus dem Bargeld nötig ist.
Das kann für Rückschläge und neue Einstiegsgelegenheiten auf ermäßigtem Niveau führen – auch bei Unternehmensanteilen.
Bei den Agrarrohstoffen wurden LONG Positionen zu früh eröffnet. Deshalb waren weitere Nachkäufe auf niedrigerem Niveau und mit längerer Laufzeiten sinnvoll.
Unsere aktuellen Positionen:
US Weizen, LONG 573, Juli 2009, aktueller Kurs 567 (- 1 Prozent)
EU Weizen, LONG 148,75, Mai 2009, aktueller Kurs 137,50 (- 7,6 Prozent)
EU Raps, LONG 295,75 August 2009, aktueller Kurs 278 (- 6 Prozent)
US Mais, LONG 431,4 Dezember 2010, aktueller Kurs 451,40 (+ 4,6 Prozent)
EU Diesel, LONG 520 Dezember 2010, aktueller Kurs 596,4 (+ 14,7 Prozent)
Nach der festen Tendenz der fossilen Energierohstoffe darf eine Rotation in Richtung der Agrarrohstoffe erwartet werden. Der Sojakomplex spielte dabei die Vorreiter-Funktion. Mais und Weizen dürften nach oben folgen. Es entwickelten sich Aufwärtstrends, die von Kapitalzuflüssen gestützt werden. Sie sehen das auch anhand der auseinanderlaufenden Kapitalfluss-Indikatoren für fossile Energie und Agrarenergie.
Überhitzungserscheinungen sind nicht erkennbar, so dass die Positionen haltenswert bleiben.